Die beiden Haupttypen von Ankerwinden sind horizontal und vertikal. Diese Unterscheidung basiert auf der Ausrichtung der Hauptantriebswelle, die die Kette dreht – das gezahnte Rad, das die Ankerkette greift. Eine horizontale Winde montiert die gesamte Einheit auf dem Deck, während eine vertikale Winde den Motor und das Getriebe unter dem Deck platziert, wodurch ein niedrigeres Profil oben entsteht.
Die Wahl zwischen einer horizontalen und einer vertikalen Winde ist keine Frage der einfachen Vorliebe. Es ist eine kritische technische Entscheidung, die durch den verfügbaren Platz auf dem Deck Ihres Schiffes, die Größe und Tiefe Ihres Kettenkastens und die Komplexität der Installation, die Sie bereit sind durchzuführen, bestimmt wird.

Die horizontale Winde: All-in-One und auf dem Deck
Eine horizontale Winde ist eine in sich geschlossene Einheit, bei der Motor, Getriebe und Kette zusammen untergebracht und horizontal auf dem Deck montiert sind.
Funktionsweise
Die Hauptwelle verläuft parallel zum Bootsdeck. Wenn die Ankerkette eingeholt wird, läuft sie über die Oberseite der Kette.
Der Weg der Kette
Die Kette greift die Kette über etwa 90 Grad ihrer Oberfläche, bevor sie durch das Deckrohr scharf nach unten in den Kettenkasten abfällt.
Hauptvorteile
Da der gesamte Mechanismus über Deck liegt, ist die Installation in der Regel einfacher und erfordert oft nur wenige Befestigungsschrauben und ein Loch für den Durchgang der Kette. Dieses Design ist auch für Boote mit flachen Ankerkästen besser geeignet.
Die vertikale Winde: Niedriges Profil und unter dem Deck
Eine vertikale Winde verfügt über eine Antriebswelle, die senkrecht zum Deck ausgerichtet ist. Dadurch kann der Großteil der Maschinen außer Sicht montiert werden.
Funktionsweise
Nur die Kette (und oft eine Spilltrommel zum Handhaben von Seilen) ist auf dem Deck sichtbar. Motor und Getriebe sind direkt darunter im Ankerkasten montiert.
Der Weg der Kette
Die Kette wickelt sich für einen viel größeren Bogen – näher an 180 Grad – um die Kette. Dies sorgt für deutlich mehr Kontakt und Halt, wodurch die Wahrscheinlichkeit verringert wird, dass die Kette unter Last rutscht oder "springt". Sie fällt dann direkt nach unten in den Kasten.
Hauptvorteile
Dieses Design hat eine minimale Stellfläche und gibt wertvollen Platz auf dem Deck frei. Die überlegene Kettenwicklung ermöglicht ein sichereres und kontrollierteres Einholen des Ankers, was ein wichtiger Sicherheitsvorteil ist.
Verständnis der Kompromisse
Kein Design ist von Natur aus überlegen; sie lösen einfach unterschiedliche Probleme. Die beste Wahl hängt vollständig von der Konstruktion Ihres Schiffes ab.
Installationskomplexität
Eine horizontale Winde ist weitaus einfacher zu installieren. Es ist eine in sich geschlossene Einheit, die auf das Deck geschraubt wird.
Eine vertikale Winde erfordert eine komplexere Installation mit einem großen Loch für die Antriebswelle und den Motor, präziser Ausrichtung zwischen der Deckseinheit und den unter dem Deck befindlichen Maschinen sowie sorgfältiger Verkabelung in einem potenziell engen Raum.
Platzbedarf
Die horizontale Winde verbraucht mehr Fläche auf dem Deck, benötigt aber sehr wenig Platz darunter.
Die vertikale Winde ist das Gegenteil. Sie spart Deckfläche, benötigt aber erheblichen vertikalen Abstand im Kettenkasten, um Motor und Getriebe unterzubringen und der Schwerkraft zu ermöglichen, die Kette richtig ablegen zu lassen.
Wartung und Zugang
Alle Komponenten einer horizontalen Winde sind auf dem Deck für routinemäßige Wartung und Service leicht zugänglich.
Die Wartung von Motor und Getriebe einer vertikalen Winde erfordert das Klettern in den Ankerkasten, was bei vielen Booten eine schwierige und enge Aufgabe sein kann.
Die richtige Wahl für Ihr Boot
Das Design Ihres Bootes wird Ihre Entscheidung leiten. Analysieren Sie Ihre Bugkonfiguration und Ihren Ankerkasten, bevor Sie einen Windentyp wählen.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf einfacher Installation und Wartung liegt: Die in sich geschlossene, auf dem Deck montierte horizontale Winde ist die klare Wahl.
- Wenn Ihr Hauptaugenmerk auf der Schonung von Deckfläche und maximaler Kettensicherheit liegt: Eine vertikale Winde ist die bessere Option, vorausgesetzt, Sie haben ausreichend Volumen unter Deck.
- Wenn Sie einen flachen oder kleinen Ankerkasten haben: Eine horizontale Winde ist fast immer die einzig praktische Lösung, da sie diesen begrenzten Raum nicht beeinträchtigt.
Letztendlich geht es bei der Auswahl der richtigen Winde darum, das Design der Ausrüstung an die physischen Gegebenheiten Ihres Schiffes anzupassen.
Zusammenfassungstabelle:
| Merkmal | Horizontale Winde | Vertikale Winde |
|---|---|---|
| Ausrichtung | Antriebswelle parallel zum Deck | Antriebswelle senkrecht zum Deck |
| Installation | Einfachere, in sich geschlossene Einheit auf dem Deck | Komplexer, Motor/Getriebe unter dem Deck |
| Deckfläche | Verbraucht mehr Fläche | Minimale Stellfläche, spart Deckfläche |
| Kettengriff | ~90° Wicklung; Standard-Sicherheit | ~180° Wicklung; überlegene Rutschfestigkeit |
| Am besten geeignet für | Einfache Installation, flache Kästen | Maximierung der Deckfläche, tiefe Kästen |
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